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Die Gründungszeit der Freiwilligen Feuerwehr Scheinfeld fällt in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Scheinfelder Bürger bemüht waren, das Feuerlöschwesen in ihrer Stadt zu reorganisieren und auf den neuesten Stand zu bringen. Diese Bemühungen wurden besonders vom Turnverein getragen. Bereits im Juli 1864 lud der Scheinfelder Turnverein zu einer Versammlung ein, die die Gründung einer Feuerwehr beabsichtigte. Aber erst eine Zusammenkunft im März 1869 führte zum gewünschten Ergebnis, nämlich der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. In einem Schreiben vom 12.03.1869, bat der Turnverein die Stadt um Unterstützung bei der Beschaffung von Ausrüstung (ca. 200 Gulden). Vorhanden waren zwei Feuerlöschmaschinen älterer Konstruktion, eine zweirädrige Maschine, sowie einige Leitern und Hacken, die aber sämtlich veraltet waren. Da die erforderlichen Ausgaben weder durch die Gemeindekasse noch durch Spenden des Fürsten von Schwarzenberg und durch eine außergewöhnliche Spende der Bewohner Scheinfelds aufgebracht werden konnten, musste der Magistrat auf "Betteltour" gehen. Eine Unterstützung von 50 Gulden, die zweckgebunden für den Kauf von Löschgeräten gewährt wurde, erfuhr die Stadt Scheinfeld durch die Feuerwehrversicherungsanstalt der bayerischen Hypotheken und Wechselbank. Es wurde auch versucht die restlichen Kosten mit einer Sammlung von freiwilligen Spenden unter der Bevölkerung der Stadt zu decken. Aber auch dieser Versuch scheint nicht zur Zufriedenheit des Stadtrates ausgefallen zu sein, da in der Stadtratssitzung vom 24.11.1869 der Beschluss gefasst wurde, von jedem neu aufgenommenen Gemeindebürger bis zu 3 Gulden als Sondergabe zur Finanzierung von Feuerlöschgeräten zu verlangen. Aber auch dieser Beschluss dürfte schon im Ansatz gescheitert sein, da ein Bleistifteintrag am Rande mitteilt, dass der Beschluss nicht aufrechtzuerhalten war, da die Anschaffung von Feuerlöschrequisiten zu den allgemeinen Pflichten der Gemeinden gehört.

Mit dem deutsch-französischen Krieg wurden die Bemühungen der Scheinfelder um eine Neuorganisation schlagartig unterbrochen. Erst im Jahre 1873 waren wieder Neuansätze greifbar. Aus diesem Jahr stammen die ersten Satzungen sowie die ersten Nachrichten über ein zunächst provisorisches Kommando der FF Scheinfeld. In einem Fragebogen über das Feuerlöschwesen aus de Jahr 1887 wird das Gründungsdatum mit dem 13. April 1873 angegeben - ein Datum, das ansonsten nicht weiter bezeugt ist. Damit ergibt sich, dass die FF Scheinfeld zweimal gegründet worden ist - 1869 und 1873. Dieses Kuriosum ist durch die Zeitumstände leicht erklärbar, da mit dem Krieg von 1870/71 das Deutsche Reich gegründet worden war und Bayern aufgehört hatte, ein souveräner Staat zu sein. Im Jahre 1872 beriet der Stadtrat über den Ankauf einer Feuerlöschmaschine die immerhin stattliche 1300 Gulden kostete. Um diese Summe aufbringen zu können, richtete die Stadt eine Bitte um finanzielle Unterstützung an die Regierung von Mittelfranken. Außerdem wurde die Bitte an den Fürsten von Schwarzenberg positiv beantwortet. Er erklärte sich bereit, einen Zuschuss von 150 Gulden für die Beschaffung von Feuerwehrausrüstung zu bewilligen. das provisorische Kommando der FF Scheinfeld erinnerte die Stadt, die bei der Gründung geleisteten Zusagen über die Beschaffung von Geräten einzuhalten und rasch anzuschaffen.

Am 15. Juli 1873 fanden die ersten Wahlen in der Freiwilligen Feuerwehr Scheinfeld statt. Für den Zeitraum 1873/74 wurde August Simader zum ersten Feuerwehrkommandanten gewählt. Sein Adjutant wurde Johann Schmidt. Zum Vorsitzenden des Vereins bestimmte man Bürgermeister Röhrig. Ebenfalls aus dem Jahre 1873 stammen die ersten Satzungen und die Dienstordnung für die Mitglieder. Nach § 19 der allgemeinen Dienstordnung bestand die Feuerwehr aus drei Abteilungen: 1. Steigen und Schlauchführer, 2. Spritzenmannschaft und 3. Rettungsmannschaft. Nach dieser Dienstordnung waren die Rechte und Pflichten der Feuerwehrmänner geregelt: Jeder Feuerwehrmann verpflichtet sich auf Ehre und Gewissen vor versammelten Mannschaft, die Statuten und Dienstvorschriften in allen ihren Teilen genau zu erfüllen, seinen Führern bei allen Vorkommnissen Gehorsam zu leisten und sich in der Stunde der Gefahr mit allen zu Gebote stehenden Kräften dem Feuerwehrdienst zu widmen, getreu dem Wahlspruch der Feuerwehren "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".

 

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